Gedanken im 73. Lebensjahr, die 2. Serie
Was ist heute so viel anders als gestern? Aus meiner Sicht - ich habe gerade einen Autotest
eines VW Polo von 1994 gesehen, den ein jüngerer Mann auf Y outube zeigte. Heute spricht man von "andocken"
und "drankleben" beim Parken und Windschattenfahren, man verwendet sinnlose Füllworte inmitten des Satzes,
was schon seit etlicher Zeit in Mode ist- nur bei Studierten oder Leuten mit Abitur.
Das habe ich bei Voxlatina damals schon bemängelt, daß man unmöglich "Julius quoque Caesar"
sagen könne, ohne dabei lächerlich zu wirken. Nun gut, nach vielleicht hundert Ausgaben dieser Zeitschrift
habe ich den Kram aufgegeben. Neulatein ist schon arg verkrampft - oder?
Ich bin und werde kein Gebildeter werden, soviel ist mir klar geworden.
(Das heißt nicht, daß mir der Sinn der lat. Überlieferungen im Mutterwitz nicht verständlich geworden wäre-
dem Lateinlehrer ebenso, er hielt sich lieber an die Übersetzung des Ministeriums-
wo nur Grammatik, aber nicht die lebende Sprache im Sinn war)
Kurzum, der Tester hat sich viel Mühe gemacht, aber nicht verstanden, daß 1050ccm und 45 PS nicht
zu einem 5Gang-Getriebe passen: Dieser Motor holt die Kraft nur aus der Drehzahl,
d.h. ein 4Gang-Getriebe wäre mehr als ausreichend. 6,4 Liter hat er im Testverbrauch erzielt -
ich fuhr damals den Golf II in einfacher Ausstattung mir 1300ccm und 55 PS und 4 Gängen.
Je länger die Übersetzung - das hat der Tester nicht gewußt - tritt man schwerer in die Pedale
oder aber man hat enorme Muskelkraft. Normale Leute schalten runter, damit man es leichter hat-
das geht dem Motor ebenso. Und wenn man mit der Leistung im höheren Gang nicht zufrieden ist
und das Gaspedal stärker durchtritt, kommt nicht mehr Kraft, aber mehr Benzinverbrauch.
Unser Golf II hat 5,5Ltr verbraucht, wenn man mit Hirn gefahren ist, ohne Hirn eben 7ltr.
Da offenbar mit der stark angestiegenen Allgemeinbildung, vornehmlich mit Abi und Studium -
einfache Dinge immer weniger kapiert werden, habe ich mir meinen Reim auf die Dinge gemacht. s.o.
Die Automobilhersteller haben reagiert, daß keiner mehr denken will und lieber auf das Smartphone glotzt,
statt auf die Straße- und so hat man viele Sicherheitssysteme eingebaut, die das Auto schwer
wie ein Panzer werden ließ. Das Platzangebot ist aber nicht besser geworden! (Eng sind selbst Luxuswagen)
Das typische Gemecker alter Leute? Ich denke schon- irgendwann gilt man eben als alt und das Prädikat
"senil" ist nicht mehr weit weg..Und wo ich schon beim "meckern" war- mein Daumen auf dieser Plattform
des Testers ging nach unten: "Wenn man solche Tests macht, sollte man den Sinn eines Stopp-Schildes schon kennen,
gell?! Mich wunderts daher nicht mehr - und hier hat dessen Beitrag schon einen Sinn,
daß die Leute nach Gehör einparken und sich an die Stoßstange kleben. (Auch Drängen genannt)
Die jungen Leute werden immer größer, leider die praktische Bildung und die Rücksicht nicht.
| |
| |
| |